Mögliche Ursachen für ein Stoma bei KindernGerade bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Anlage eines Stomas häufig eine lebensrettende Maßnahme. Oft können nur so zum Teil lebensbedrohliche Erkrankungen geheilt werden. Solche Erkrankungen sind im Kindesalter meistens durch Entzündungen oder Fehlbildungen bedingt. Die häufigsten Ursachen für ein Stoma haben wir im Folgenden zusammengestellt.
Anorektale Fehlbildungen Unter anorektalen Fehlbildungen versteht man angeborene Fehlbildungen im Bereich des Dickdarms. Das kann bedeuten, dass die Ausscheidungsöffnung fehlt (z.B. Analatresie, Rektumatresie) oder aber an falscher Stelle mündet. Mastdarm bzw. After können nur unzureichend ausgebildet sein (z.B. Analstenose, Kloakenfehlbildung). Je nach Höhe der Fehlbildung spricht man von hohen oder tiefen Formen. Vor allem bei hohen Formen (größerer Abstand von der eigentlichen Ausscheidungsöffnung) wird zur Entlastung des Darms ein Kolostoma angelegt.
Morbus Hirschsprung Der Morbus Hirschsprung ist eine Erkrankung des Dickdarms bei der die für eine normale Darmtätigkeit notwendigen Nerven fehlen und es somit zu einer Verengung des Darmabschnitts kommt. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch eine verspätete oder fehlende Stuhlentleerung des Neugeborenen, durch hartnäckige Verstopfungen und selten durch eine Darmentzündung oder sogar einen Darmverschluss. Die Krankheit befällt immer den untersten Abschnitt des Mastdarms und kann sich unterschiedlich weit über den gesamten Dickdarm ausdehnen. Auch wenn versucht wird, heutzutage eine Stomaanlage zu vermeiden und gleich den befallenen Darmabschnitt operativ zu entfernen, gibt es immer wieder Situationen, in denen die Anlage eines (doppelläufigen) Stomas notwendig ist.
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