Ist die Wundheilung nach einer Stomaoperation abgeschlossen und treten unter Normalbedingungen keine Schmerzen mehr auf, so kann auch das eigene Liebesleben wieder aufgenommen werden. In der Regel braucht es jedoch einige Monate, bis überhaupt wieder Lust auf Sexualität und intimen Verkehr besteht. Und dann sind es meist nicht einmal so sehr die körperlichen Veränderungen, welche die Hauptschwierigkeit für die Betroffenen ausmachen, sondern vielmehr die Angst vor Attraktivitätsverlust, Scham- und Minderwertigkeitsgefühle.
Körperliche Veränderungen Viele Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erleben durch die Entfernung des erkrankten Darmabschnitts eine erhebliche Verbesserung des Allgemeinbefindens. Durch die Operation wird eine erfüllte Sexualität für sie überhaupt erst wieder möglich. Dennoch sollte nicht verschwiegen werden, dass Stomaträger oft unter sexuellen Funktionseinschränkungen leiden.
Bei einer Mastdarmoperation kann es bei Frauen zu einer Verlagerung der inneren Genitalorgane kommen, was den Geschlechtsverkehr schmerzhaft machen kann. Hier ist es oft ratsam, verschiedene Stellungen auszuprobieren. Bei einigen Frauen beeinträchtigt die Lageveränderung von inneren Organen auch die Funktion des Blasenschließmuskels. Hier kann mitunter Beckenbodentraining helfen. Wenn infolge einer Strahlentherapie Elastizität und Feuchtwerden der Vagina beeinträchtigt sind, empfehlen sich zum Beispiel Gleitmittel oder auch (verschreibungspflichtige) Hormonpräparate.
Viele Männer leiden nach einer operativen Darmentfernung neben Blasenfunktionsstörungen unter Erektionsstörungen. Diese sind entweder auf geschädigte Nervenbahnen und/ oder psychologische Ursachen zurückzuführen. Bei Erektionsstörungen gibt es mittlerweile gute Behandlungsmethoden. So helfen mitunter Erektionshilfesysteme, Penis-Implantate oder eine Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT), die körperlichen Beeinträchtigungen zu kompensieren.
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