Bei der Behandlung von Frauen wurde in den letzten Jahren die klassische Chirurgie der Belastungsinkontinenz revolutioniert. Es wurden neue operative Verfahren entwickelt, die für die Patienten deutlich weniger belastend sind als die „offenen Operationen“, welche vor einigen Jahren noch der „Goldene Standard“ waren.
Auch bei der Belastungsinkontinenz werden zwei Formen unterschieden:
- Die Belastungsinkontinenz mit hypermobiler Urethra (Harnröhre) – das bedeutet, dass die Harnröhre aufgrund von anatomischen Veränderungen am Beckenboden zu viel Bewegungsfreiraum hat und dadurch der Schließmuskel nicht richtig funktionieren kann. Die Folge ist eine Inkontinenz bei Belastung.
Als korrektive Maßnahme wird ein synthetisches Band unter die Harnröhre eingelegt, welches sie in ihrer Mobilität einschränkt und fixiert. Hiermit wird der Schließmuskel unterstützt und die Kontinenz ist wieder hergestellt.
- Bei Belastungsinkontinenz mit normal mobiler Urethra ist oft ein schwacher Schließmuskel die Ursache der Inkontinenz. Solange noch eine Restfunktion des Schließmuskels vorhanden ist, kann eine Unterspritzung der Harnröhre mit z. B. Silikonpartikeln auf Höhe des Schließmuskels Abhilfe bringen.
- Wenn keine Restfunktion des Schließmuskels vorhanden ist, bleibt als letzte Option nur noch die Implantation eines „künstlichen Schließmuskels“, einem hydraulischen System, welches mittels einer aufblasbaren Manschette die Harnröhre verschließt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie beste Behandlungsmöglichkeit.
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