Ein Tagebuch, das sowohl für den Patienten als auch den betreuenden Arzt wichtige Informationen enthältBei der Behandlung von neurogenen Blasenfunktionsstörungen und Inkontinenz kann ein Tagebuch unterstützend genutzt werden, um Kontinenz und komplikationslose Blasenentleerung zu erreichen. Es liefert Ihnen und Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin wichtige Informationen für diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Die gesammelten Daten über die Speicher-und Entleerungsphasen der Blase ermöglichen Ihnen, einen optimalen Katheterisierungsplan aufzustellen. Führen Sie das Tagebuch so lange weiter, bis Sie Ihren individuellen Entleerungsrhythmus gefunden haben. Zu Hause dürfte dies kein Problem darstellen. Denken Sie aber auch an Zeiten, in denen Sie sich außerhalb der Wohnung bewegen. Mit Unterstützung des Tagebuches können Sie die Flüssigkeitsaufnahme und damit die Zeitintervalle zwischen zwei Katheterisierungen ganz individuell steuern. Wichtig ist hierbei, dass Sie die tägliche Trinkmenge von 2 bis 2,5 l nicht unterschreiten, um die Nierenfunktion aufrechtzuerhalten und somit Infektionen und Steinbildungen vorzubeugen.
Das Tagebuch sollte folgende Daten enthalten:
1. persönliche Daten und Datum 2. Uhrzeitspalte 3. eine Spalte „Einfuhr“ für Trinkmenge (ml) und die Art der Getränke 4. eine Spalte für den Katheterisierungszeitpunkt 5. eine Spalte „Ausfuhr“ für die hierbei entleerte Urinmenge 6. eine Spalte „Bemerkungen“ für Angaben, wie z. B. Veränderungen des Urins in Farbe und Geruch, Urinselbstkontrollen, Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme unter Angabe aller verwendeten Medikamente.
In tabellarischer Form ist das Tagebuch wesentlich übersichtlicher (s. Beispiel).

Bei diesem Rechenbeispiel beträgt die Bilanz, also das Verhältnis von Einfuhr und Ausfuhr, 530 ml. In diesem Fall sind 530 ml der Flüssigkeit im Körper behalten worden. Diese Restmenge scheidet der Mensch über Atmung und Haut aus.
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