KatheterisierungstagebuchBei der Behandlung von neurogenen Blasenfunktions-störungen und Inkontinenz kann ein Tagebuch unterstützend genutzt werden, um Kontinenz und komplikationslose Blasenentleerung zu erreichen. Es liefert Ihnen und Ihrem Arzt wichtige Informationen für diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Die gesammelten Daten über die Speicher- und Entleerungsphasen der Blase ermöglichen Ihnen, einen optimalen Katheterisierungsplan aufzustellen. Führen Sie das Tagebuch so lange weiter, bis Sie Ihren individuellen Entleerungsrhythmus gefunden haben. Zu Hause dürfte dies kein Problem darstellen. Denken Sie aber auch an Zeiten, in denen Sie sich außerhalb der Wohnung bewegen. Mit Unterstützung des Tagebuches können Sie die Flüssigkeitsaufnahme und damit die Zeitintervalle zwischen zwei Katheterisierungen ganz individuell steuern. Wichtig ist hierbei, dass Sie die tägliche Trinkmenge von 2 bis 2,5 l nicht unterschreiten, um die Nierenfunktion aufrechtzuerhalten und somit Infektionen und Steinbildungen vorzubeugen. Hier finden Sie eine Tagebuch-Vorlage, die Sie bequem Zuhause ausdrucken können.
 Selbstbeobachtung Bei gesunden Menschen ist der über die Nieren ausgeschiedene Urin klar und bernsteingelb. Der pH-Wert liegt im Normalfall bei 5 bis 6 (leicht sauer). Die am Tag ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge liegt im Durchschnitt bei 1000 bis 1500ml. Viel Trinken erhöht die ausgeschiedene Menge, starkes Schwitzen reduziert sie. Abweichungen von dieser Norm können zwar auf eine Krankheit hinweisen, müssen es aber nicht. Beispielsweise kann sich nach dem Verzehr von Rhabarber der Urin zitronengelb verfärben. Wichtig ist, dass Sie Ihren Urin regelmäßig beobachten und durch Ihren behandelnden Arzt kontrollieren lassen. Vorbeugung von Darmverstopfungen Schädigungen des Rückenmarks gehen fast immer mit Schädigung der Darmfunktion einher. Die Art der Darmfunktionsstörung ist dabei sehr stark von der Läsionshöhe und dem Läsionsumfang abhängig. Neurogen bedingte Störungen der Darmfunktion finden sich bei Querschnittgelähmten annähernd ebenso häufig wie neurogene Blasenfunktionsstörungen. Darmfunktionsstörungen zeigen sich in drei Ausprägungen, die jedoch in engem Zusammenhang stehen: in einer Störung der Transportfunktion, in einer Störung der Entleerungsfunktion, die sich fast ausschließlich als Obstipation (Verstopfung) zeigt und in einer Störung der Verschlussfunktion mit folgender Inkontinenz. Mit einem konsequenten Darmmanagement kann diesen funktionellen Störungen begegnet werden. Die Bezeichnung „Darmmanagement“ umfasst dabei die Gesamtheit aller Aktivitäten, die dazu dienen, eine regelmäßige, planbare sowie zeitlich begrenzte Darmentleerung mit zwischenzeitlicher Kontinenz zu erreichen. Gesundheit und Wohlbefinden sollen erhalten, soziale Einschränkungen aufgehoben und funktionelle, morphologische und neurologische Komplikationen vermieden werden.
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