Was genau bedeutet intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)?Neurologische Erkrankungen (z.B. Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfall, Spina bifida) führen häufig zu Blasenentleerungsstörungen und Restharnbildung. Unbehandelt können diese Blasenfunktionsstörungen zu Infektionen der Harnwege und zur Schädigung der Nieren führen. Um dies zu verhindern, wird der intermittierende (immer wiederkehrende) Katheterismus angewandt. Wird der Katheterismus selbständig durchgeführt, so spricht man auch vom intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK).
Vorteile und Ziele von ISK Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der intermittierende Selbstkatheterismus im Vergleich zur Dauerableitung die sicherere Entleerungsmethode darstellt, da mit diesem Verfahren urologische Komplikationen wie Harnröhrenverletzungen und Harnwegsinfekte drastisch reduziert werden. Der Schutz des oberen Harntrakts, also der Nieren, ist das oberste Ziel. Dieses Ziel wird durch den intermittierenden Selbstkatheterismus erreicht, da die Speicher- und Entleerungsfunktionen der Harnblase erhalten bleiben. So kann Nieren- und Blasenschäden vorgebeugt werden. Ebenso wirkt sich ein diszipliniertes Blasenmanagement positiv aus: das Einhalten der Katheterisierungsfrequenz, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ein aseptischer Katheterisierungsvorgang und regelmäßige Kontrolluntersuchungen tragen zum erfolgreichen Katheterisieren bei und bewirken so mehr Mobilität und Diskretion. Nachdem Sie gelernt haben, den Urinabfluss mit Hilfe des intermittierenden Selbstkatheterismus zu steuern, sind Sie in der Lage, sich selbst zu versorgen, und gewinnen somit mehr Unabhängigkeit.
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