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Behandlungsformen 

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 Welche Behandlungsformen sind erfolgsversprechend?

Allgemeine Maßnahmen mit großer Wirkung
Selbständigkeit steht an erster Stelle. Wichtig ist, dass Sie solange wie möglich selbständig bleiben, d.h., dass Sie den Toilettengang und die eventuelle Versorgung mit Hilfsmitteln ohne fremde Hilfe bewerkstelligen können. Oft versuchen Betroffene, durch eine Reduzierung der zugeführten Flüssigkeit ihre Inkontinenz zu verbessern. Erreicht wird in der Regel das Gegenteil, denn konzentrierter Harn verstärkt die Drangsymptomatik eher. Durch die ungenügende Füllung der Blase wird zudem der Toilettengang zu weit hinausgeschoben, die Gefahr von Blaseninfekten wächst, was zu weiteren Inkontinenzproblemen führen kann. Darüber hinaus erhöht sich durch die verringerte Flüssigkeitszufuhr die Wahrscheinlichkeit einer Obstipation (Verstopfung).
Deshalb sollte auch auf die Ernährung geachtet werden: Denn bei Obstipation erhöht sich der Innendruck des Bauchraums. Dadurch steigt zwangsläufig auch der Druck, der auf die Blase einwirkt und begünstigt somit eine Harninkontinenz oder löst sie gar aus. Deshalb muss auf die Wichtigkeit der Obstipationsprophylaxe (Vorbeugung von Verstopfung) hingewiesen werden. Bei der Hautpflege ist es wichtig, den Säure- und Fettschutzmantel der Haut zu erhalten, um eine Keimbesiedlung oder Austrocknung zu vermeiden.

Konservative Behandlungsmethoden
Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören das Beckenbodentraining, das Bio-Feedback, die Elektrotherapie und das Miktionstraining.
Durch ein aktives (oder passives) Muskeltraining im Bereich des Beckenbodens kann belastungsinkontinenten Menschen geholfen werden. Eine gezielte und fachlich fundierte Anleitung durch ausgebildete Physiotherapeuten ist notwendig.
Unter Bio-Feedback versteht man im allgemeinen eine Rückmeldung aus dem Körper. In Zusammenhang mit der Belastungsinkontinenz bedeutet Bio-Feedback, dass mit Hilfe von Trainingsgeräten eine optische oder akustische Rückmeldung über die Anspannung der Beckenbodenmuskulatur verdeutlicht wird.
Die Elektrostimulation erfolgt über eine Elektrode in Form eines Vaginal- oder Analtampons. Die eingeführte Elektrode entsendet elektrische Impulse, die eine Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur bewirken.
Ziel des Miktionstrainings ist, die Blase vor dem auftretenden Harndrang zu entleeren, indem man die Blasenentleerung nach einem bestimmten Zeitplan durchführt.

Nicht-Konservative Behandlungsmethoden
Zu den nicht-konservativen Behandlungsmethoden zählen der Einsatz von Medikamenten und operative Eingriffe. Diese Formen der Behandlung sollten jedoch erst dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Therapien keinen Erfolg gezeigt haben. Z.B. können häufige Toilettengänge, plötzlich auftretender starker Harndrang oder unwillkürlicher Verlust größerer Urinmengen gezielt durch den Einsatz von Medikamenten behandelt werden, die sich beruhigend und entspannend auf die überaktive Blasenmuskulatur auswirken. Auf Grund der vielen Nebenwirkungen wie z.B. Mundtrockenheit, Verstopfung, Müdigkeit, Herzrasen oder Sehstörungen kommt es hier zu einer sehr hohen Abbruchrate dieser Therapieform. Hinsichtlich der operativen Möglichkeiten kann z.B. im Rahmen eines minimalinvasiven operativen Eingriffs ein Band eingesetzt werden, das den Beckenboden stützt. Dieses Verfahren wurde – im Gegensatz zum Einsatz von Pharmazeutika - in den vergangenen Jahren erfolgreich weiterentwickelt.

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