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Spätkomplikationen 

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Folgende Spätkomplikationen können bei einem Stoma auftreten:

Retraktion
Das Zurückziehen des Stomas unter Hautniveau (Retraktion) ist sowohl bei den Frühkomplikationen, als auch bei den Spätkomplikationen zu finden. Zuviel Zug am Stoma oder unter Spannung angelegte Stomata neigen in den frühen Phasen zur Retraktion. Aber auch starke Gewichtsveränderungen oder die Folge einer Nekrose können eine Retraktion verursachen. Oft genügt hier der Einsatz einer konvexen Versorgung oder die Gewichtsreduktion.

Stenosen
Die Stenose, oft auch als Stomaenge bezeichnet, ist eine häufige Komplikation, die durch Infektionen aber auch falsche Versorgung begünstigt wird.
Sie zeigt sich durch eine stark verengte Stomaöffnung, in die oft der kleine Finger nicht mehr hineinpasst. Die Folge sind „Bleistiftstuhlgänge“ und Vernarbungen am Stoma. Solange keine gravierenden Beschwerden auftreten, sollte man für weichen Stuhlgang sorgen. Kommt es allerdings zu einer Verschlusssymptomatik oder Entleerungsstörungen, sollte eine chirugische Korrektur vorgenommen werden.

Hernien
Bei ca. 50% der Patienten mit einem Stoma, treten nach 5 Jahren die ersten „Brüche“ ( Hernien) auf. Die Ursache liegt hierbei in den künstlich angelegten Öffnungen in den Gewebsschichten. Durch zu schweres Heben oder Bindegewebsschwäche können Darmabschnitte durch die Öffnung gepresst werden. Da leider die Hernien als Begleiterscheinung oft unumgänglich sind, ist man bemüht, durch spezielle Kompressionswäsche (Corsinel) dem Gewebe von außen Halt zu geben. Sollten diese konservativen Therapien (vermeiden von schwerem Heben oder Kompressions-, Stützwäsche) nicht ausreichen, können operativ Netze aus Polypropylen implantiert werden. In erster Linie sollte man sich bemühen, vorzubeugen.

Prolaps
Das Hervortreten des Darms ist eine Komplikation, die auch bei Nicht-Stomaträgern im Alter häufig vorkommt. Durch Bindegewebsschwäche oder künstliche Erweiterung von Gewebsschichten wie beim Stoma, kann es bei zu starkem Druckaufbau im Bauchraum zum Herausquellen von Darmanteilen kommen. Bei einem Stoma spricht man von einem Prolaps, sobald der Darm mehr als 6cm aus der Öffnung heraushängt. Die Problematik lässt sich mit dem Umstülpen einer Socke vergleichen, wobei innere Darmanteile nach außen gelangen. Oft genügt es, den Darm wieder in die Öffnung zurückzuführen (reponieren). Bei sehr ausgeprägten Vorfällen ist das aber leider oft nicht möglich, hier muss chirurgisch eine Korrektur erfolgen.

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